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Die Aufnahmetechnik

Das Produzieren hunderter oder tausender Einzeltakes für eine Audio-Datenbank verlangt ein ganz spezielles Vorgehen. Nachfolgend erläutern wir die herkömmliche Methode, wie sie wahrscheinlich in den meisten Studios Anwendung findet. Hier die Vorgehensweise für Logic-Audio am Beispiel von 500 Namen:


Das herkömmliche Aufnahmeverfahren

Zunächst werden die Namen anhand einer alphabetischen Liste in einer möglichst durchgehenden Recording-Session aufgenommen. Am Ende der Aufnahme liegt ein Gesamtaudiofile vor, welches die 500 Namen enthält. Bevor aus diesem Gesamtfile 500 einzelne Audiofiles erstellt werden können, muß das Audiomaterial nachbearbeitet werden (EQ, DeEsser, Fades, Normalisieren). Besonders wichtig ist das Lautheitsverhältnis der einzelnen Takes zueinander. (Tipp: Vor dem Normalisieren laute Geräusche eliminieren, die "versauen" einem sonst den Gesamtpegel)



Nach der Audiobearbeitung werden die Namen voneinander getrennt. Die dafür nötige Funktion in Logic-Audio heißt "Strip To Silence", sie trennt das Gesamtfile in seine Einzeltakes auf. Anschließend müssen die brauchbaren Takes (=Namen) von den Unbrauchbaren (= Geräusche) getrennt werden.



Jetzt werden aus den virtuellen Einzeltakes physikalische Einzeltakes erstellt.

Dazu müssen sämtliche Takes mit gleichem Namen und aufsteigender Nummer versehen werden. Hierzu wählt man alle Takes an und gibt "Name001" ein. Logic-Audio überträgt den Namen auf alle nachfolgenden Takes und zählt automatisch hoch. Ins Audiofenster wechseln und über die Menüpunkte "Bearbeiten" -> "nicht verwendete auswählen", alle Takes markieren, die aus dem Audiofenster entfernt werden sollen. Mit <Del> die Takes entfernen. Die verbliebenen Audiosegmente mit "Regionen sichern unter" abspeichern. Es werden die separaten WAV-Dateien "Name001.wav" – "Name500.wav" erstellt.

(Bei 500 Namen muss der letzte Take den Bezeichner "Name500" tragen, sonst liegen nicht genau 500 Takes vor. Das kann z.B. passieren, wenn man ein Geräuschsegment übersehen oder versehentlich einen Namenstake gelöscht hat)



Alle 500 Audiofiles müssen jetzt mit dem richtigen Namen versehen werden.


Dieser Teil des Jobs muß äußerst gewissenhaft ausgeführt werden, sonst werden beim Mergen falsche Audiofiles verwendet, weil sie nicht richtig beschriftet wurden. Oder aber die Software findet einen angeforderten Namen nicht, weil Name-Liste und Name-Audiofile nicht übereinstimmen. Ein Fehler, der in diesem Arbeitsschritt gemacht wird, kann die gesamte Kostenkalkulation zunichte machen. Sollte z.B. aus irgendeinem Grund die Reihenfolge der Namen auf der Festplatte nicht mit der Reihenfolge in der Liste übereinstimmen, dann werden die Namen zwangsläufig ab irgendeinem Punkt falsch benannt. Es bliebe einem dann nichts anderes übrig, als noch einmal in alle Audiofiles reinzuhören und schlimmstenfalls mit der Umbenennung von vorne zu beginnen. Falls aber alles gut gegangen ist, sollte man dennoch alle Namen noch einmal durchhören und auf Folgendes achten:


Das Audiopazza Aufnahmeverfahren

Audioplazza arbeitet mit seiner eigenen, selbstentwickelten Software, welche sämtliche oben beschriebenen Einzelschritte in einem Arbeitsschritt vereint. Der Audioplazza "Multitake Recorder" trennt schon während der Aufnahme das Material in Einzeltakes, Truncated, Fadet, benennt sie und speichert sie im gewünschten Zielordner ab. Dabei kann jedem Take ein eigener Ordner zugewiesen werden.


Für Telefonansagen macht das z.B. Sinn. Auch werden die Files optional schon während der Aufnahme in andere Audioformate konvertiert (GSM, U-Law,A-Law, MP3). Am Ende der Recording-Session werden alle Namen noch einmal auf ihre Lautheit oder eventuelle Korrekturen gecheckt und gegebenenfalls editiert. Sämtliche Edits können im Mulitake-Recorder vorgenommen werden, das Nachladen der Audiofiles geschieht automatisch. Wird das File gespeichert, werden auch die korrespondierenden anderen Audioformate dieses Takes aktualisert.


Unser Aufnahmeverfahren kommt mit mindestens der Hälfte der Zeit aus, die man nach dem herkömmlichen Verfahren aufbringen müßte. Das schont Budget und Nerven.